C64R: EPROM erstellen

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Ein neues EPROM für das C64 Reloaded Board brennen

Ich zeige hier mal kurz, mit dem Tiny-EPROMMER, wie ihr ein passendes EPROM für das C64 Reloaded erstellen könnt. Die Schritte sollten (zumindest zum größten Teil) eigentlich auch mit anderen Brennern funktionieren. Den Brenner verwende ich natürlich direkt mit dem neuen C64 Reloaded Board, für das ich ein EPROM erstellen möchte.

Ein Austausch des EPROMs wird durch Individual Computers übrigens geduldet und hat (sofern ihr nichts beschädigt) keinen Einfluss auf eure Gewährleistung für das Board.

Als Erstes benötigt ihr natürlich ein passendes EPROM. Ich möchte euch davon abraten, das vorhandene EPROM zu löschen, um dieses zu verwenden! Hebt es besser für später auf, so habt ihr immer ein funktionstüchtiges EPROM in Reserve. Für das C64 Reloaded braucht ihr ein 32KB großes EPROM vom Typ 27C256, das max. 200ns Zugriffszeit haben sollte. Ich verwende hier ein 27C256B mit 90ns.

Ein passendes EPROM
Ein 27C256 EPROM

Dann braucht ihr die Abbilder der gewünschten ROMs. Ein Satz sollte immer aus den Commodore standard ROMs bestehen, damit ihr bei Bedarf wieder zum original Zustand wechseln könnt. Die benötigten original Abbilder könnt ihr am einfachsten dem VICE-Emulator entnehmen. Geht dazu in euer VICE-Verzeichnis und schaut in den Ordner C64. Dort findet ihr u. a. die Dateien basic, chargen und kernal.

Die original ROMs
Die original ROMs

Kopiert diese drei Dateien zur Sicherheit in ein Temp-Verzeichnis, in dem wir alle benötigten Dateien zusammentragen. Jetzt brauchen wir noch die Alternativen für Zeichensatz und Kernal. Aktuell habe ich keine Verwendung für einen abweichenden Zeichsatz. Da ich aber die Umschaltfunktion testen möchte, habe ich den regulären Zeichensatz einfach mal auf den Kopf gestellt und verwende diesen. Kopiert euren zweiten Zeichensatz oder zur Not nochmal den originalen als chargen2 ins Temp-Verzeichnis. Am interessantesten ist natürlich ein neues Kernal. Kopiert eurer bevorzugtes Kernal, z. B. Exos V3, JiffyDOS oder was auch immer ihr benötigt, als kernal2 mit in den Temp-Ordner.

Ihr solltet eure ROMs vor dem Brennen zur Sicherheit erstmal mit VICE testen, erst recht, wenn ihr sie manuell geändert habt. Es wäre doch ärgerlich, wenn ihr zum Schluß feststellt, dass euer Kernal nicht läuft oder der Zeichensatz wirr aussieht.

Achtet für die nächsten Schritte darauf, dass sämtliche ROM-Abbilder ohne Ladeadresse vorliegen. BASIC & KERNAL müssen also jeweils exakt 8192 BYTEs und die Zeichensätze je 4096 BYTEs groß sein!

Alle fünf benötigten ROM-Abbilder
Alle fünf benötigten ROM-Abbilder in der korrekten Größe

 

Wir müssen uns jetzt an das EPROM-Speicherlayout für das C64 Reloaded Board halten! Die folgende Tabelle findet ihr auch direkt beim EPROM auf der Platine:

Adresse Inhalt
$0000 – $0FFF  erster Zeichensatz
$1000 – $1FFF  zweiter Zeichensatz
$2000 – $3FFF  BASIC-ROM
$4000 – $5FFF  erstes Kernal-ROM
$6000 – $7FFF  zweites Kernal-ROM

Ihr könntet die gesammelten Abbilder zwar auch in Etappen auf das EPROM brennen. Da ich aber ein fauler Hund bin, kopiere ich mir die ROMs noch schnell am PC zusammen. Dann passt das auch und kann in einem Rutsch gebrannt werden. Öffnet die Windowseingabeaufforderung (z. B. [Windows-Taste] + [R]; dann cmd eingeben und mit [ENTER] bestätigen) und begebt euch in den Temp-Ordner.

Führt dort die folgenden Befehle aus…

Die ROMs zusammenkopieren
Die ROMs zusammenfügen

Hiermit werden alle Einzelteile zu einer exakt 32KB (32768 BYTE) großen Datei c64r zusammenkopiert. Achtet auf die richtige Reihenfolge: erst die beiden Zeichensätze, dann das BASIC und zum Schluß die beiden Kernals! Ihr könnt hier natürlich entscheiden, welcher Zeichensatz und welches Kernal direkt beim Start aktiv sein soll. Das zuerst kopierte ROM ist direkt beim Start verfügbar, für das zweite muss man umschalten. Habt ihr meine Schritte 1:1 nachvollzogen, dann sind beim Einschalten die original ROMs aktiv.

Unsere so zusammengefügte Datei c64r passt damit genau in das EPROM-Speicherlayout für das C64 Reloaded Board.

 

Die Software des Tiny-EPROM-Brenners erwartet leider eine Ladeadresse, in den ersten beiden BYTEs. Diese wird zwar nicht ausgewertet, aber das Programm „überliest“ die ersten beiden BYTEs. Unsere Datei c64r wäre somit zu klein, der Inhalt würde verrutschen und es wäre damit unbrauchbar. Falls ihr die ROMs doch lieber einzeln auf das EPROM brennen möchtet, dann müsst ihr, zumindest bei Verwendung der Tiny-Software, den folgenden Schritt für jedes einzelne ROM durchführen.
Um schnell zwei Dummy-BYTEs als Ladeadresse zu erhalten, öffnet einfach einen Hex-Editor und fügt diese am Dateianfang von c64r ein:

Die Ladeadresse für TINY hinzufügen
Die Ladeadresse für TINY hinzufügen

 

Sobald ihr gespeichert habt, findet ihr in eurem Temp-Verzeichnis die benötigte EPROM-Datei. Kontrolliert nochmal, ob die Größe, nach der obigen Änderung, genau 32770 BYTEs beträgt, damit sie korrekt mit der Tiny-Software geladen werden kann!

Für die TINY-Software müssen es jetzt exakt 32770 BYTEs sein.
Für die TINY-Software müssen es jetzt exakt 32770 BYTEs sein.

 

Jetzt müsst ihr diese Datei natürlich noch zum C64 bekommen. Ich packe sie mit auf das D64-Image der Tiny-Software und verwende dann einfach ein SD2IEC. Welchen Weg ihr hier wählt, hängt natürlich von euren Gerätschaften ab (TC64, 1541U2, WarpCopy, …). Ich gehe hier von einer Floppy (egal ob echt oder emuliert) mit der Kanal-Nr. 8 aus.

Das EPROM 'c64r' auf der TINY-Diskette
Das EPROM „c64r“ auf der TINY-Diskette

 

Da ich unter „Ein EPROM brennen“ bereits ausführlich auf den Tiny-EPROMMER eingegangen bin, zeige ich hier nur nochmal die Schritte mit TINY im Schnelldurchlauf. Ladet und startet jetzt die TINY-Software…

Hauptmenü: F1
Hauptmenü: F3
EPROM-Typ: 27256 / 12.5V Algorithmus: Fast & Secure
EPROM-Typ: 27256 / 12.5V
Algorithmus: Fast & Secure

Danach landet ihr wieder im Hauptmenü. Drückt dort <F2>

Kontrollieren, ob das EPROM wirklich leer ist.
Kontrollieren, ob das EPROM wirklich leer ist.

Sollte das EPROM nicht leer sein, dann müsst ihr es natürlich noch löschen. Nach dem Test gelangt ihr automatisch ins Hauptmenü und könnt über <F5> unsere Datei C64R laden.

Nochmal F5, um C64R zu laden
Nochmal F5, um C64R zu laden
Gebt den Dateinamen 'C64R' ein und bestätigt die folgenden Abfragen einfach.
Gebt den Dateinamen „C64R“ ein und bestätigt die folgenden Abfragen einfach.

Sobald die Datei geladen wurde, landet ihr wieder im Dateimenü. Kehrt von dort mit <F1> zurück ins Hauptmenü und betätigt direkt nochmal <F1>, um zum Brennen zu gelangen.

F3 - Speicherinhalt brennen
F3 – Speicherinhalt brennen
Bestätigt einfach die Abfragen und drückt 'J'
Bestätigt einfach die Abfragen und drückt zum Schluß „J“
Das EPROM wurde beschrieben.
Das EPROM wurde beschrieben.

Jetzt ist das EPROM fertig und ihr landet erneut im Hauptmenü. Zur Sicherheit könnt ihr noch prüfen, ob der EPROM-Inhalt mit dem Speicher übereinstimmt, drückt dazu  <F6>.

Bestätigt einfach die Abfragen und startet die Prüfung mit 'J'
Bestätigt einfach die Abfragen und startet die Prüfung mit „J“

Sollte es hier zu einem Fehler kommen, dann kontrolliert nochmal eure Einstellungen. Evtl. müsst ihr das EPROM auch löschen und es erneut versuchen. Tritt wiederholt ein Fehler auf, dann ist das EPROM ggf. defekt und ihr solltet ein anderes nehmen.

Nun, da das EPROM fertig ist und überprüft wurde, müssen wir es natürlich noch aufs C64 Reloaded Board stecken.

Beachtet bitte unbedingt die Hinweise aus der C64 Reloaded Anleitung zur elektrostatischen Entladung!!!

Falls ihr das Board bereits in ein Gehäuse gebaut habt, solltet ihr es evtl. erstmal wieder ausbauen. Der Wechsel ist dann einfacher.

Das EPROM findet ihr links oben auf der Platine. Es sitzt unter dem CIA #2 und links neben der 6510 CPU, der Steckplatz ist groß mit ROMs und etwas kleiner mit U12 beschriftet.

Hier findet ihr das EPROM, das ihr tauschen müsst.
Hier findet ihr das EPROM, das ihr tauschen müsst.

Zieht nun vorsichtig das vorinstallierte EPROM aus seinem Sockel. Am besten wäre es, ein IC-Ausziehwerkzeug zu verwenden, zur Not geht es aber auch mit einem Schlitz-Schraubendreher. Seid dabei bitte äußerst vorsichtig und behutsam! Falls ihr einen Schraubendreher verwendet und abrutscht, könnte es passieren, dass ihr ein SMD-Bauteil von der Platine reißt oder eine Leiterbahn beschädigt!

Beschädigt ihr das Board beim Umbau, habt ihr natürlich keinen Anspruch auf Gewährleistung!!

Das ausgebaute EPROM solltet ihr gut zur Seite legen. Falls euer eben erstelltes doch nicht funktioniert, könnt ihr das bisherige wieder einsetzen. Steckt nun das neue EPROM in den freien Sockel. Achtet peinlich genau auf die richtige Ausrichtung! Die Kerben im EPROM und im Sockel müssen übereinander liegen!

Die Kerbe im Sockel befindet sich links.
Die Kerbe im Sockel befindet sich links…
...daher muss auch die Kerbe des EPROMs dorthin zeigen.
…daher muss auch die Kerbe des EPROMs dorthin zeigen.

Drückt das EPROM bis zum Anschlag in den Sockel, damit es auch wirklich fest sitzt. Jetzt könnt ihr den C64 wieder anschließen und die neuen ROMs testen.

Nach dem Einschalten sollte der erste Zeichensatz und das erste Kernal direkt aktiv sein. Haltet die <RESTORE>-Taste für mindestens 3 Sekunden gedrückt, lasst diese dann los und löst anschließend einen RESET aus. Danach sollte der zweite Kernal aktiv sein. Den Zeichensatz wechselt ihr, durch gleichzeitiges Drücken von <RESTORE> und RESET.

Hier ein paar Impressionen von meinem EPROM für mein C64 Reloaded NTSC-Board.

C64Reloaded_EPROM_11Links seht ihr das original Kernal. Ich habe nur die Farben und die Einschaltmeldung angepasst, damit ich beim Anschalten immer an den NTSC-VIC erinnert werde. Rechts ist das zweite Kernal, in meinem Fall JiffyDOS, zu sehen. Unten die jeweilige Anzeige mit dem zweiten Zeichensatz. Wie erwähnt, habe ich den zu Testzwecken einfach nur auf den Kopf gestellt.

Wenn das neue EPROM funktioniert, solltet ihr noch daran denken, das Sichtfenster des EPROMs mit einem kleinen Aufkleber zu verschließen.


Ich denke, damit ist alles zum EPROM brennen, für das C64 Reloaded Board, gesagt.

Falls ihr selbst keine Möglichkeit habt, ein passendes EPROM zu erstellen, findet sich bestimmt auch dafür eine Lösung. Scheut euch also nicht, dies oder weitere Fragen in den Kommentaren zu posten.


Schrott!!Naja...Geht so...Ganz gut...SUPER! (2 Bewertungen | Ø 5,00 von 5 | 100,00%)

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